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16 ERZIEHUNG Infos und Kontakte: Ehe-, Familien-, Lebens- und Erziehungsberatung im Bistum Osnabrück, Psychologische Beratungsstelle Glückaufstraße 2, 49124 Georgsmarienhütte Tel. 05401 5021 E-Mail: gmhuette@efle-bistum-os.de www.efle-beratung.de/beratungsstellen/georgsmarienhütte Wenn mir eine Grenze als Eltern wichtig ist, ist es außerdem gut, wenn Ausnahmen auch Ausnahmen bleiben – und klar kommuniziert wird, warum diese Ausnahme jetzt gerade mög- lich ist, und eine einmalige Sache bleibt. Bei Kompromissen geht es dann eher darum, generell darüber zu sprechen: Wie wollen wir Grenzen als Familie gestalten, dass sie für alle akzeptabel, verständlich und einhaltbar sind. Viele Eltern fühlen sich unsicher oder erschöpft, wenn es immer wieder zu Konflikten kommt. Was hilft Eltern, in solchen Momenten – wie z.B. in der eingangs beschriebenen abendlichen Badezimmer-Szene – trotzdem ruhig und klar zu bleiben? Wenn schon klar ist, dass es in bestimmten Situationen zu Konflikten kommen wird: Unterstützen Sie sich als Eltern (wenn möglich) gegenseitig, wechseln Sie sich ab oder suchen Sie gemeinsam nach kreativen Lösungen. Woran liegt es, dass es jeden Abend so eskaliert? Und bleiben Sie in Ihrer Haltung klar: Zähneputzen ist wichtig und nicht verhandelbar! Und im Zweifelsfall, wenn Sie keine Lösung für sich finden: Wenden Sie sich an eine Erziehungsberatungsstelle! Frau Begert, Frau Hettlich, was möchten Sie Eltern abschließend mit auf denWeg geben? „Schmiede das Eisen, wenn es kalt ist“, das gilt vor allem für den Umgang mit Jugendlichen. Konflikte und Grenzverletzun- gen zu besprechen, und zu überlegen, wie wir das zukünftig anders lösen können, ist am besten getan, wenn sich die Gemüter beruhigt haben und alle wieder klar denken können. In der akuten Konfliktsituation kann es da auch mal gut sein, sich eine kleine Auszeit zu nehmen. Und: Niemand ist perfekt. Erwarten Sie nicht von sich, immer alles richtig zu machen. Leider wird einem (auch in Social Media, Instagram etc.) oft suggeriert, dass es diese Perfektion gibt. Die gibt es NICHT. Alle Eltern machen Fehler, und das ist okay. Und Konflikte um Grenzen sind ebenfalls okay und wichtig! Birte Hoffmann eine Bildschirmzeit einrichten (empfehlen wir eh!); wenn du nach dem Sandmännchen jedes Mal Schwierigkeiten hast deinen Schlafanzug anzuziehen und Zähne zu putzen, dann musst du das demnächst vorher tun oder der Fernseher muss abends aus bleiben… Dies sind nur Beispiele, wie eine logische Konsequenz aussehen kann. Und wie sollten Eltern reagieren, wenn Kinder oder Jugendliche Grenzen wiederholt überschreiten oder Freiräume ausreizen? Hintergründe besprechen, nachfragen, eventuell nachverhan- deln; aber auch: klar bleiben, Haltung zeigen, dranbleiben. Dürfen Eltern dennoch auch einmal Ausnah- men machen oder Kompromisse eingehen? Unbedingt. Grenzen sind mit zunehmendemAlter zunehmend Verhandlungssache. Wo beginnen meine Grenzen, wo hören deine auf? Wenn die Grenzen zu starr sind, wird die Wahr- scheinlichkeit, dass sie gebrochen oder ignoriert werden, höher. Wenn sie allerdings umgekehrt nicht klar und verläss- lich genug sind, führt das zu Unsicherheit und belastet die Eltern-Kind-Beziehung ebenfalls. ER ziehung ist immer auch BE ziehung. Deswegen gibt es kein Patentrezept, welche Grenzen IMMER richtig sind. Sondern als Eltern ist es wichtig, sich immer auch zu fragen: warum ist mir das jetzt wichtig? Brauche ich das für mich, oder braucht das Kind diese Grenze? Und auch abzuwägen: wie viel Energie habe ich gerade, diese Grenze einzufordern und durchzu- setzen?
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