Familienmagazin für Osnabrück und Umgebung

Ernährung

© Adobe Stock

Ein gesundes Frühstück und ein nahrhaftes Pausenbrot sind die Grundpfeiler für einen erfolgreichen Start in den Tag. Doch in vielen Familien ist das morgendliche Essen ein kritischer Punkt: Manche Kinder verweigern das Frühstück, andere greifen lieber zu süßen Snacks. Eltern stehen vor der Herausforderung, ihre Kinder gut zu versorgen, ohne ständig Diskussionen zu führen. Warum das Frühstück zu Hause wichtig ist, was ein ausgewogenes Pausenbrot ausmacht und wie Eltern gesunde Alternativen anbieten können, klären wir in diesem Artikel. Zudem gibt Ernährungsberaterin Christina Pohlmann wertvolle Tipps für eine kindgerechte Ernährung am Morgen.

Frühstück: Pflicht oder Kür?

Viele Eltern kennen es: Der Wecker klingelt, die Zeit ist knapp, und das Kind möchte morgens einfach nichts essen. Ist das wirklich problematisch?
„Über Nacht leeren sich unsere Nährstoffreserven. Um diese wieder aufzufüllen und dadurch konzentriert und leistungsfähig zu sein, ist es im Allgemeinen ratsam zu frühstücken“, erklärt Ernährungsberaterin Christina Pohlmann. Studien zeigen, dass frühstückende Kinder zufriedener sind, was vermutlich an der besseren Energie- und Nährstoffversorgung liegt. Zudem gibt es einen dokumentierten Zusammenhang zwischen dem Verzicht auf Frühstück und Übergewicht.
Aber was tun, wenn das Kind morgens einfach keinen Bissen herunterbekommt? „Wenn ein Kind ein frühes Frühstück ablehnt, sollte man schauen, woran das liegt“, rät Christina Pohlmann. „Oft frühstücken die Eltern in diesen Fällen nicht und es fehlt das Vorbild oder es fehlt morgens die Zeit.“ Ein hektischer Start in den Tag kann dazu führen, dass Kinder das Essen verweigern. Hier hilft es, das Frühstück bewusst einzuplanen, indem man beispielsweise zehn Minuten früher aufsteht und eine entspannte Atmosphäre schafft.
Falls das Kind morgens partout nichts essen mag, gibt es trotzdem Lösungen. „Eine Alternative zu einem ausgiebigen Frühstück kann ein Glas Milch oder Kakao sein und das ‚richtige‘ Frühstück wird dann in Schule oder Kindergarten verzehrt“, empfiehlt Christina Pohlmann. Wichtig ist, dass das Kind spätestens in der ersten Pause etwas Nahrhaftes zu sich nimmt, um konzentriert und leistungsfähig zu bleiben.

Was gehört auf den Frühstückstisch?

Ein ausgewogenes Frühstück liefert Energie und Nährstoffe für den Vormittag. Eine gute Basis bilden Vollkornprodukte, denn sie enthalten wichtige Ballaststoffe und sorgen für eine gleichmäßige Energieversorgung. Vollkornbrot oder ein ungesüßtes Müsli mit Haferflocken sind hier besonders geeignet. Ergänzend dazu sollte eine Eiweißquelle enthalten sein, da Eiweiße essenzielle Bausteine für Muskeln und Gehirn sind. Joghurt, Käse oder ein gekochtes Ei sind ebenso sinnvoll wie Nussmus, das zusätzlich gesunde Fette liefert.
Obst und Gemüse runden das Frühstück optimal ab. Apfelschnitze, Bananenscheiben oder Gemüsesticks aus Gurken und Paprika bringen nicht nur Frische, sondern auch wertvolle Vitamine und Mineralstoffe auf den Frühstückstisch.
Weniger empfehlenswert sind stark zuckerhaltige Frühstücksflocken, süße Aufstriche oder Weißmehlprodukte. „Dieser bringt außer Zucker nur wenig Nährstoffe mit sich und kann zu Blutzuckerabfällen und daraus resultierender Müdigkeit führen“, erklärt Christina Pohlmann. Dasselbe gilt für zuckerhaltige Getränke, die den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen und ebenso schnell wieder absinken lassen – was zu Heißhunger und Konzentrationsproblemen führen kann.

Das Pausenbrot: Kleine Mahlzeit mit großer Wirkung

Während das Frühstück zu Hause oft ausgelassen wird, ist das Pausenbrot für viele Kinder die erste richtige Mahlzeit des Tages. Aber was macht ein gutes Pausenbrot aus?
„Eine gute Pausenmahlzeit enthält eine gute Energiequelle. Das ist zum Beispiel ein Vollkornbrot oder ein ungesüßtes Müsli mit Haferflocken“, sagt Christina Pohlmann. Doch Brot allein reicht nicht aus. „Zu dem Brot kann man dann eine Proteinquelle in Form von Brotaufstrich oder -belag kombinieren. Dazu zählt zum Beispiel Frischkäse, Käse oder ein magerer Fleischaufschnitt. Ab und an ein gekochtes Ei bietet Abwechslung in der Brotdose.“ Bekanntlich isst das Auge auch mit. Kinder, die beim Essen besonders wählerisch sind, lassen sich vielleicht besser zum Essen motivieren, wenn das Pausenbrot in Tierform oder ähnlichem angeboten wird. Mit einem großen Keksausstecher lässt sich jedes langweilige Pausenbrot schnell und einfach in ein Einhorn, einen Dinosaurier oder ein Feuerwehrauto verwandeln. 
Auch Nüsse sind eine wertvolle Ergänzung. „Das Müsli darf gerne Nüsse oder Nussmus enthalten. Nüsse sind wahre Nährstoffbomben und wirken sich positiv auf die Gehirnleistung aus“, erklärt Christina Pohlmann. Eltern sollten allerdings beachten, dass ganze Nüsse wegen der Gefahr des Verschluckens erst ab dem fünften Lebensjahr angeboten werden sollten.
Ein vollwertiges Pausenbrot sollte außerdem immer eine Portion Obst oder Gemüse enthalten. „Wenn dann noch eine Portion Obst oder Gemüse, zum Beispiel als Gemüsesticks, den Weg in die Brotdose findet, hat man ein vollwertiges Frühstück, das lange satt macht und unseren Kleinen einen optimalen Start in den Tag ermöglicht“, fasst die Ernährungsberaterin zusammen.

Die richtige Getränkeauswahl

Auch die Wahl des Getränks spielt eine große Rolle. „Zuckerhaltige Getränke sind nicht empfehlenswert, da sie den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen und danach zu Müdigkeit führen können“, warnt Christina Pohlmann. Die beste Wahl sind Wasser und ungesüßter Tee. Fruchtsäfte gehören übrigens ebenfalls zu den zuckerhaltigen Getränken, da sie von Natur aus sehr viel Zucker enthalten. Wer seinem Kind etwas Abwechslung bieten möchte, kann Infused Water mit frischen Früchten ausprobieren.

Tipps für eine stressfreie Morgenroutine

Damit das Frühstück nicht im morgendlichen Chaos untergeht, hilft eine durchdachte Routine. Eine gute Vorbereitung kann den Unterschied machen. Wenn die Brotdose bereits am Abend vorbereitet wird und Frühstückszutaten bereitstehen, spart das morgens wertvolle Zeit. Außerdem ist es hilfreich, zehn Minuten früher aufzustehen, um in Ruhe essen zu können.
Ein weiterer entscheidender Punkt ist das Vorbild der Eltern. „Oft frühstücken die Eltern in diesen Fällen nicht und es fehlt das Vorbild“, betont Christina Pohlmann. Kinder lernen durch Nachahmung – wer selbst frühstückt, zeigt, dass die Mahlzeit wichtig ist.
Auch das Wochenende kann genutzt werden, um eine Frühstücksroutine zu etablieren. Ein gemeinsames Frühstück ohne Hektik kann helfen, Kindern die Freude am Essen am Morgen zu vermitteln.

Fazit: Ein guter Start in den Tag lohnt sich

Ein gesundes Frühstück und ein nahrhaftes Pausenbrot liefern Kindern die nötige Energie für einen erfolgreichen Schultag. Auch wenn manche Kinder morgens wenig essen möchten, gibt es Alternativen, die dennoch eine gute Nährstoffversorgung gewährleisten. „Wenn dann noch eine Portion Obst oder Gemüse, zum Beispiel als Gemüsesticks, den Weg in die Brotdose findet, hat man ein vollwertiges Frühstück, das lange satt macht und unseren Kleinen einen optimalen Start in den Tag ermöglicht“, betont Christina Pohlmann.
Mit einer guten Vorbereitung, abwechslungsreichen Zutaten und dem richtigen Vorbild der Eltern lässt sich die Bedeutung des Frühstücks und der Pausenmahlzeit spielerisch vermitteln – für einen gesunden und energiegeladenen Start in den Tag!

Nancy Knäuper

zur Übersicht