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Schulstart

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Für Kinder in Niedersachsen, die bis zum 30. September das sechste Lebensjahr erreicht haben, beginnt mit der Einschulung am 14. August die Schulpflicht. Wir stellen Ihnen vor, was dabei zu beachten ist.

„Der erste Schultag ist ein wichtiger Meilenstein, der den Kindern noch lange in Erinnerung bleibt“, sagt Gertrud Plasse, Leiterin des Dezernats für Schulpsychologie im Regionalen Landesamt für Schule und Bildung Hannover. Umso wichtiger ist es also, dass die Kinder gut vorbereitet in den Schulalltag gehen. „Die Lehrkräfte, die die neuen Klassen übernehmen, bereiten die ersten Tage sehr gut vor und informieren die Eltern schon im Vorfeld, was zu besorgen und vorzubereiten ist, damit die Kinder an ihrem ersten Schultag die richtigen Materialien dabei und ein gutes Gefühl haben“, so Gertrud Plasse weiter. 
Neben Ranzen, Stiften, Etui ist vor allem etwas Essen und Trinken wichtig. Konkret bekommt man diese Informationen rechtzeitig von der Schule mitgeteilt. An vielen Orten ist der erste Tag mehr nur eine Feierlichkeit und noch kein regulärer Schultag. Der Elternabend zur Vorbereitung und die Schreiben aus der Schule können hier gut weiterhelfen bei der Vorbereitung.
Zum ersten Schultag gehört natürlich auch die Schultüte. Was sollte rein? „In die Schultüte gehört neben den klassischen Süßigkeiten auch ein kleines Geschenk, wie zum Beispiel ein Sorgenfresser oder ein schöner Schlüsselanhänger; etwas, womit das Kind jeden Tag umgeht und sich dann daran erinnern kann, dass die Eltern an es denken und ihm alles Gute für den schulischen Alltag wünschen“, sagt Gertrud Plasse. Auch eine Aufbewahrungs- oder Brotbox, hübsche Malstifte, ein Notizblock, ein Schulfreundebuch oder andere kleine Dinge, die dem Kind Freude machen wie beliebte Sticker, ein Hörspiel oder ein Buch für Leseanfänger sind gute Dinge für eine Schultüte – wenn sie denn noch hineinpassen.

Wie können Eltern bei der Vorbereitung auf die Schule helfen?

Schon im letzten Kindergartenjahr quält viele Eltern die Frage: Ist mein Kind fit für die Schule? Wird es den neuen Herausforderungen gewachsen sein? Das ist völlig normal, aber man muss sein Kind nicht mit diesen Sorgen konfrontieren – schließlich soll es sich unvoreingenommen und uneingeschränkt auf das Leben als Schulkind freuen dürfen.
Experten raten auch davon ab, im letzten Kindergartenjahr extra Kurse zur Schulvorbereitung zu besuchen oder daheim schon das Rechnen und Schreiben zu üben. Das könnte Kindern ihre Neugier auf den Schulstoff nehmen.

Der Schulweg

Unterstützen können Eltern ihre Kinder jedoch beim Weg zur Schule. „Der Schulweg soll möglichst zu Fuß zurückgelegt werden“, so Gertrud Plasse. Bis zu den Herbstferien könnten die Kinder noch gut Begleitung und Anleitung gebrauchen, danach ist es dann in der Regel möglich, dass die Kinder auch allein oder in Gruppen gehen, sagt sie weiter. „Es kommt jedoch immer auf die räumlichen Gegebenheiten, die Entfernung und das Kind an.“ Wenn Kinder in Gruppen gehen, trödeln sie häufig weniger, so dass sie pünktlich in der Schule sind, sagt Gertrud Plasse. „Und eine Uhr kann helfen.“
Die frische Luft auf dem Weg zur Schule sei aber in jedem Fall für die Konzentration sehr hilfreich. Außerdem ist es für alle Beteiligten hilfreich, wenn die Kinder schon früh sicher im Straßenverkehr sind und sich in ihrem Viertel gut auskennen. Wenn Kinder ohne Eltern zur Schule gehen, wird zudem das Verkehrschaos vor den Schulen durch die so genannten Eltern-Taxis vermieden.
Im Familienportal NRW gibt es unter dem Stichwort „Einschulung“ Tipps für ein Schulwegtraining. Dort wird unter anderem empfohlen, den Schulweg schon vor der Einschulung mit den Kindern zu gehen, und zwar zu den realen Zeiten, morgens in der Frühe und mittags oder nachmittags, wenn das Kind nach Hause gehen wird. So können Eltern ihrem Kind erklären, an welchen Stellen es besonders aufpassen muss. Es sollte regelmäßig in beide Richtungen geübt werden. Mit jeder Wiederholung wird das Kind sicherer und es im Laufe der Zeit immer eigenständiger vorausgehen. Das erlaubt Eltern einzuschätzen, was ihr Kind schon kann und wie es sich verhält.

Verunsicherung nehmen

Mit dem Eintritt in die Schule entsteht bei manchen Kindern Verunsicherung. Sie wissen nicht, was sie erwartet und haben vielleicht Angst vor den neuen Herausforderungen und Aufgaben. 
Dr. Sascha Borchers, Leiter der regionalen Schulberatungsstelle des Kreises Borken und Fachbeauftragter für Schulpsychologie bei der Bezirksregierung Münster, rät Eltern, positive Geschichten aus der eigenen Schulzeit zu erzählen. Sie könnten sich mit ihren Kindern alte Fotos aus dieser Zeit anschauen und ihnen erklären, wie die ersten Tage in der Schule und zu Hause ablaufen werden. 
Eine gute Idee sei es auch, ältere Kinder aus der Nachbarschaft oder Ehemalige aus dem Kindergarten zu bitten, den Kinder zu berichten, wie sie den ersten Schultag erlebt haben. „Wenn Kinder anderen Kindern etwas erklären, entstehen oft erfrischende und entspannte Momente“, so Borchers.

Veränderter Tagesablauf

Gertrud Plasse empfiehlt, dass sich Eltern mit ihren Kindern über den zu erwartenden Tagesablauf und die wichtigen Zeitpunkte unterhalten. Wann sollte wer aufstehen, damit das Schulkind in Ruhe aufstehen, sich anziehen, auf den Tag einstellen und gut frühstücken kann, bevor es los geht? Was ist gegebenenfalls bereits am Vorabend dafür zu tun? Hierzu gehört auch das rechtzeitige Schlafengehen. 
Wie und wann kommt das Kind von der Schule zurück, wer unterstützt bei den Hausaufgaben? „Auch wenn in vielen Familien eine gute Taktung aufgrund der vielfältigen beruflichen und privaten Verpflichtungen erforderlich ist, sollten die ersten Wochen auch eine Zeit des neugierigen Entdeckens sein und jeder muss ja auch erst mal sehen, wie alles Neue dann ist und funktioniert“, so Gertrud Plasse. Also kann man das Ganze ruhig auch etwas auf sich zukommen lassen.

Thema Hausaufgaben

Viele Eltern wissen aus eigener Erfahrung, dass das Thema Hausaufgaben sensibel ist. Wann sollen sie gemacht werden? Direkt nach der Schule oder später? Inwieweit sollen Eltern dabei helfen?
„Nach dem Schultag ist erst mal eine warme Mahlzeit und eine Erholungsphase wichtig“, so Gertrud Plasse. Danach sollte es ein Zeitfenster für die Hausaufgaben geben. Die Eltern seien dafür zuständig, dass die Aufgaben ernst genommen werden, dass es dafür einen ruhigen Ort gibt und sie bei Fragen zur Verfügung stehen, so Plasse weiter. „Machen muss das Kind die Aufgaben alleine.“
Wenn die Kinder den Ganztag besuchen, kann es sein, dass die Aufgaben dort schon erledigt oder angefangen wurden. „Hier ist es wichtig, dass die Eltern sich am Abend interessieren und alles zeigen lassen, um das Interesse an der geleisteten Arbeit zu demonstrieren und auch, um zu sehen, ob es mit dem Erledigen der Aufgaben in der Schule oder im Hort geklappt hat.“

Wie soll der Kontakt zum Lehrpersonal geführt werden?

„Die Lehrkraft gibt in der Elternschaft die Kontaktmöglichkeiten bekannt. Es gibt Elternabende, Elternsprechtage und für den Notfall auch eine Telefonnummer. Daran kann man sich gut halten“, so Gertrud Plasse. Die Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern sei eine Erziehungspartnerschaft, sagt sie weiter. „Die Lehrkraft hat Ahnung von der Schule und von den Dingen, die dort gemacht werden müssen; die Eltern kennen das Kind von zu Hause. Und mit diesem gegenseitigen Respekt kann man gut zusammenarbeiten.“
Es ist gut möglich, dass es in der Schule zu Schwierigkeiten kommen kann. Sascha Borchers rät dazu, in so einem Fall früh mit den Lehrern des Kindes ins Gespräch zu kommen und zu erörtern, was gemeinsam getan werden kann, um dem Kind zu helfen. „Bei gravierenderen Problemen kann die jeweilige Regionale Schulberatungsstelle oder der Schulpsychologische Dienst hinzugezogen werden.“
Auch wenn Kinder schlechte Noten oder traurige Smileys mit nach Hause bringen, helfen Gespräche. „Es ist gut, jeden Tag kurz mit dem Kind über die Erfahrungen am Tag zu sprechen. Zum Beispiel kann man als Ritual beim Abendessen die Frage: Wie war Dein Tag? einführen“, sagt Gertrud Plasse. Dann könne jeder erzählen und auch die Familienmitglieder Mitgefühl oder Tipps zu den Erfahrungen und Erlebnissen äußern. „Feedback aus der Schule gehört zum Alltag und ist nichts Schlechtes“, sagt sie. Damit sollte man ganz gelassen umgehen und kann dann überlegen, ob man etwas verändern möchte. Und falls das Kind das will, kann gemeinsam überlegt werden, was man ändern kann, so Gertrud Plasse. „Eine Schulzeit ohne Kritik wird es nicht geben und daher ist es gerade gut, wenn man hier eher schaut, was man damit machen kann und welche Möglichkeiten darin stecken.“

Übergang von der Grund- zur weiterführenden Schule

Nach vier Jahren steht für die Kinder ein weiterer Schritt an. Der Übergang von der Grund- zu einer weiterführenden Schule verlaufe ähnlich wie der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule, so Getrud Plasse. „Allerdings sind die Kinder dann schon schulerfahren und man kann ihnen mehr zutrauen.“ Dennoch seien die ersten Wochen an der neuen Schule auch sehr wichtig und müssen von den Eltern gut begleitet werden, damit die Kinder gut in die neue Umgebung finden, sagt sie weiter. „Elternhilfe beschränkt sich auch hier darauf, dass der Anstoß gegeben wird und Fragen gestellt werden können.“ Beim Lernen und den Hausaufgaben ist es ähnlich: „Vokabeln Abfragen und Einmaleins Abfragen ist wichtig; ansonsten lernt das Kind alleine und kann seine Lehrkräfte fragen.“

Links und Tipps
www.landkreis-osnabrueck.de
www.familienportal.nrw
www.schulministerium.nrw/so-gelingt-der-schulstart

Thomas Wübker

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